Das Bluetentagebuch

Vom Kopf ins Herz kommen: Wie ich meine unterdrückten Emotionen befreie

Was passiert eigentlich in der Sekunde, in der eine emotionale Blockade, die du jahrelang mit dir herumträgst, sich wirklich löst? Ist es ein einziger dramatischer Durchbruch, wie es in Kursbeschreibungen oft klingt – oder etwas so Kleines, dass du es fast verpasst?

Die kurze Antwort, die ich aus dem Frauenkreis in Worpswede und aus einem Jahresprogramm zur spirituellen Entwicklung mitnehme, lautet: Nein. Emotionale Blockaden lösen sich nicht wie ein Schalter, der einmal umgelegt wird. Sie lösen sich in vielen kleinen Bewegungen, von denen die meisten von außen nach gar nichts aussehen.

Bevor es weitergeht, der übliche Hinweis: Dieser Text enthält Affiliate-Links, unter anderem zu POWER OF LOVE, einem der Jahresprogramme, die mich gerade begleiten. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, und für dich ändert sich am Preis nichts. Was hier steht, sind meine eigenen Erfahrungen aus dem Kurs, keine allgemeine Kaufempfehlung.

Der Mythos vom Schalter zwischen Kopf und Herz

Alles begann, nachdem meine Mutter Ingrid im März 2024 an einem Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben ist, sieben Wochen nach der Diagnose. Ich habe gedacht, ich wüsste, wie Trauer geht – ich binde schließlich seit Jahren Kränze für fremde Särge. Aber die eigene Trauer lässt sich nicht binden wie ein Strauß.

Der Mythos, der mir am häufigsten begegnet, klingt so: Irgendwann kommt der eine große Moment, die Tränen, der Zusammenbruch, und danach ist man „im Herzen angekommen". Genau dieses Bild ist der Denkfehler.

Beim Stielschnitt am Bindetisch merke ich das immer wieder: Ein nasser Ranunkelstiel gibt nicht sofort nach, wenn die Schere ansetzt. Er widersteht kurz, schräg, fast trotzig, bevor er durchtrennt. Genauso fühlt sich jede kleine emotionale Verschiebung an, die mir begegnet – kein einziger großer Schnitt, sondern viele kleine Widerstände, die nacheinander nachgeben.

Nahaufnahme von Händen, die eine violette Anemone in ein Notizbuch pressen.

Warum lassen sich unterdrückte Emotionen nicht einfach abschalten?

Unterdrückte Gefühle verschwinden nicht, nur weil der Kopf beschließt, dass gerade keine Zeit dafür ist. Sie verschieben sich – in die Schultern, in die Art, wie man mit Kundinnen spricht, in die Ungeduld beim Warten auf eine Lieferung, die sich verspätet.

Schattenarbeit nennt man im Kurs das Hinschauen auf genau die Gefühle, die man selbst am liebsten wegräumen würde, statt sie nur zu spüren und wieder zu verdrängen. Die innere Leere, die nach einem großen Verlust bleibt, ist dabei kein Zeichen von Schwäche, sondern schlicht der Raum, den ein Mensch hinterlassen hat, der wichtig war.

Ich habe irgendwann gemerkt, dass Warum spirituelle Blockaden lösen Übungen für mich eine Herausforderung sind, vor allem damit zu tun hat, dass ich lange gedacht habe, ich müsste im Kopf erst vollkommen leer sein, bevor das Herz überhaupt drankommt. Als wäre Fühlen eine Belohnung fürs richtige Denken.

Mehr arbeiten, um weniger zu fühlen

Ein Versuch ist krachend gescheitert, und ich erzähle ihn trotzdem, weil er ehrlicher ist als jede Erfolgsgeschichte. Ich habe eine Zeit lang mehr gearbeitet und den Laden auch samstags bis sieben offen gelassen, in der Hoffnung, dass Erschöpfung die Leere einfach überdeckt.

Es hat nicht funktioniert.

Die Kundinnen haben sich über die längeren Öffnungszeiten gefreut, aber ich bin abends nur noch müder ins Bett gefallen, ohne dass die Leere kleiner geworden wäre. Irgendwann habe ich die Samstage wieder verkürzt, nicht weil ich es logisch durchdacht hätte, sondern weil mein Körper einfach nicht mehr mitgemacht hat.

Was bewegt sich im Frauenkreis wirklich?

Im POWER OF LOVE Jahresprogramm geht es immer wieder genau um diese vielen kleinen Verschiebungen, die man leicht übersieht, weil man nach dem einen großen Moment sucht, der einfach nicht kommt.

Wie Übungen zur Herzöffnung für Anfänger meinen Alltag verändern beschreibe ich an anderer Stelle als eine Bewegung zwischen zwei Punkten – und ausgerechnet der Zwischenraum dort fühlt sich an wie Kontrollverlust, nicht das Ankommen selbst.

An einem Samstagnachmittag in Worpswede, kurz nachdem sich unser Frauenkreis aufgelöst hatte, bin ich auf dem Kiesweg vor dem Haus stehengeblieben und habe auf einmal gespürt, dass der Boden unter meinen Füßen wirklich da war – kein Gedanke dazwischen, nur Gewicht, Kies und Schuhsohlen.

Erdung nennen wir das im Kurs – ein Wort, das mir bis zu diesem Nachmittag ziemlich hohl vorgekommen ist. Im selben Kreis üben wir auch schamanische Reisen mit der Trommel, Ahnenheilung für die Frauen, von denen wir abstammen, und das Training der Hellsinne, also der feineren Wahrnehmung jenseits der fünf bekannten Sinne. Energetischer Schutz gehört ebenfalls dazu, weil hochsensible Menschen in einem Frauenkreis schneller auslaufen als andere. Die Huna-Lehre aus Hawaii taucht am Rand mit auf, als eine von mehreren Strömungen, die in solcher Ausbildung nebeneinander bestehen, ohne dass eine die andere ausschließt.

Eine Freundin von mir quiltet seit Jahren in einem kleinen Nähkreis im Viertel, und wenn ich sie nach ihrem großen Durchbruch mit der Nadel frage, lacht sie nur. Es gibt keinen. Es gibt zehntausend Stiche, von denen jeder einzelne fast nichts verändert.

In der Kunsthalle Bremen stehe ich manchmal vor einem Bild, das ich eigentlich analysieren will – Komposition, Farbwahl, warum es wirkt. Und dann zieht sich etwas in der Brust zusammen, bevor der Kopf überhaupt ein Wort dafür hat. Auch das ist kein großer Moment, nur eine kleine Verschiebung, die ich hinterher kaum erklären kann.

Ein Laptop zwischen Blumenstielen und Gartenscheren in einem gemütlichen Blumenladen am Abend.

Trauerverarbeitung braucht Wiederholung, nicht ein einziges Drama

Trauerintegration ist das Wort, das im Kurs für genau diesen Prozess benutzt wird: nicht die Trauer einmal verarbeiten und abschließen, sondern sie immer wieder, in kleinen Dosen, in den Alltag einlassen. Das klingt weniger heroisch als ein einziger Durchbruch, ist aber ehrlicher.

Alltagsintegration nennt sich das, wenn ich versuche, das, was ich im Kreis oder im Programm lerne, tatsächlich in die Arbeit mit Kundinnen und Lieferungen einzubauen, statt es als Sonntagabend-Extra abzutrennen. Ein spirituelles Tagebuch zu führen, in das ich gepresste Blüten lege, hilft mir dabei, auch wenn ich selbst nicht immer erklären kann, warum genau eine Anemone zu einem bestimmten Moment passt.

Tagebuch einer Sinnsuche: Wie die Power of Love Ausbildung mir mit 40 hilft beschreibt genauer, wie sich dieses Schreiben für mich anfühlt, wenn ich nicht weiß, ob ein Satz gut ist, bis ich einen Schritt zurücktrete.

Eine echte Bewegung sieht unspektakulär aus

Woran erkennst du also, ob sich bei dir wirklich etwas bewegt und nicht nur kurz etwas abgelenkt hat? Nicht am Ausmaß der Tränen in einer Sitzung, sondern daran, ob du hinterher im Alltag eine Kleinigkeit anders machst – eine Nachricht, die du doch schreibst, ein Nein, das du doch aussprichst, ein Blumenstrauß, den du dir selbst gönnst, ohne dich dafür zu rechtfertigen. Das ist der einzige Test, den ich inzwischen wirklich benutze.

Wenn du merkst, dass dich deine Trauer lähmt oder in eine Depression zieht, ist ein Kurs oder ein Frauenkreis nicht der richtige erste Schritt – dann hilft eine Hausärztin oder eine approbierte Psychotherapeutin mehr als jedes Programm.

Falls du selbst spürst, dass du seit einem Verlust nur noch im Kopf funktionierst, schau dir das POWER OF LOVE Jahresprogramm vielleicht in Ruhe an. Es ist keine Abkürzung zum Gefühl, und die monatliche Ratenzahlung macht die Bindung sehr real – aber für mich ist es derzeit eines der wenigen Formate, die diesen Zwischenraum zwischen Kopf und Herz ernst nehmen, statt ihn zu überspringen.

Zwetschge schläft schon auf dem Fensterbrett, während ich das hier zu Ende schreibe, und draußen hat der Regen endlich aufgehört.

Alles Liebe aus dem Viertel,
Helene

Mal kurz:
Keine der Informationen auf dieser Website stellt eine medizinische, rechtliche oder finanzielle Beratung dar. Alle Inhalte basieren auf persönlicher Erfahrung. Wenden Sie sich an einen qualifizierten Fachmann für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung.

Verwandte Artikel