Das Bluetentagebuch

Warum strukturierte spirituelle Ausbildung mir mehr Halt gibt als nur Intuition

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Es ist mir unklar, was mich trägt, wenn mein Bauchgefühl plötzlich keine klare Antwort mehr gibt. Ich stelle mir diese Frage seit dem Tod meiner Mutter Ingrid immer wieder, meistens am Bindetisch, mit nassen Fingern zwischen Anemonen und Ranunkeln. Diese Frage ist auch der Grund, warum ich heute über strukturierte spirituelle Ausbildung schreibe, über Trauerbewältigung, über den Frauenkreis in Worpswede und über das Power of Love Programm, das ich gerade durchlaufe – und warum mir dabei eine feste Form inzwischen mehr hilft als das bloße Vertrauen auf Intuition.

Bevor du weiterliest, ein kurzer Hinweis: Dieser Text enthält Affiliate-Links. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass sich der Preis für dich ändert. Ich schreibe hier ausschließlich über Kurse und Ausbildungen, die ich selbst gebucht und aus eigener Tasche bezahlt habe, so wie sie auch in meinem Moleskine-Tagebuch stehen. Entscheidest du dich für eine längere Ausbildung, die vielleicht über 1000 Euro kostet oder dich zwölf Monate lang bindet, lies dir vorher die Vertragsbedingungen beim Anbieter genau durch – Laufzeiten und Widerrufsrechte unterscheiden sich stark, und ich bin keine Rechtsberaterin. Hier findest du meine vollständige Offenlegung.

Warum reicht mir reine Intuition nicht mehr?

Ich hatte schon lange jeden Tag Trauerkränze gebunden, kannte die Rituale, kannte die Symbolik der Blumen, kannte die richtigen Worte für die Karte. Als es mich selbst traf, im März 2024, war davon nichts mehr da. Überall liest man, man solle einfach auf sein Herz hören oder der inneren Stimme vertrauen. Aber was tust du, wenn dein Herz nur noch schreit oder, schlimmer, komplett verstummt?

Fünf Sitzungen bei einer Trauertherapeutin liegen vor meiner ersten Fahrt nach Worpswede. Zurückgegangen bin ich danach nicht mehr – nicht, weil etwas falsch gemacht wurde, sondern weil ich mich jedes Mal wie ein Fall fühlte, der Punkt für Punkt abgearbeitet wird. Ich wollte kein Fall sein, ich wollte nur wieder atmen können.

Die erste Einzelsitzung bei der Schamanin in Worpswede kam über eine Empfehlung aus dem Laden, zwei Stunden, die etwas in mir bewegt haben, das ich nicht sofort benennen konnte. Danach folgten die monatlichen Treffen im kleinen Frauenkreis – acht Frauen, kein Kurs, kein Zertifikat, nur Trommeln, Reisen, zusammen sitzen. Schön war das, aber sobald ich wieder zwischen Rechnungen und welken Blättern im Laden stand, verflog das Gefühl wieder wie Fliederduft im ersten Herbstwind.

Hände einer Floristin pressen eine weiße Anemone als Teil ihrer Trauerbewältigung in ein Notizbuch.

Was eine strukturierte spirituelle Ausbildung anders macht als der Frauenkreis

Deshalb habe ich mich für das POWER OF LOVE Jahresprogramm entschieden – dreizehn Clanmütter, ein Jahr, keine Abkürzung. Es ist kein loses Ausprobieren, sondern ein Weg mit fester Reihenfolge, mit einer Clanmutter pro Monat, die für eine bestimmte Qualität steht. Das ist wie das Binden eines großen Gestecks: Du fängst nicht irgendwo an, du brauchst einen Steckmoos-Kern, eine Form, an der sich alles andere ausrichtet.

Natürlich verschwindet der Alltag dabei nicht. Der Blumengroßmarkt in Mahndorf ruft trotzdem um fünf, und vorhin lagen dort aufgetaute Eukalyptuszweige in meiner Hand, klamm und rau zugleich, während mein Kopf noch beim Modul von der Nacht davor war. Die Kundinnen wollen trotzdem beraten werden, und die Ordner mit den Rechnungen liegen trotzdem auf dem Bindetisch. Wie sich ein Modul überhaupt in so einen vollen Tag quetschen lässt, wie man eine spirituelle Online-Ausbildung sinnvoll neben wenig Zeit im Alltag unterbringt, ist eine eigene Frage – für mich war die Antwort, das Modul in kleine Fenster zu quetschen statt auf den einen perfekten freien Abend zu warten.

Was, wenn die Struktur selbst nicht trägt?

Nicht jede Sitzung funktioniert so, wie sie sollte. Es gab Module, in denen ich versuchte, eine Verbindung zu einer der Clanmütter aufzubauen, während mein Kopf voll war mit der unbezahlten Rechnung meines Rosenlieferanten. Ich saß mit geschlossenen Augen da und sah statt einer tieferen Erkenntnis nur die Mahnung vor mir. Das gehört genauso dazu wie die Momente, die wirklich etwas bewegen.

Laptop mit einem Modul der spirituellen Ausbildung Power of Love auf dem Küchentisch neben einer schildpattfarbenen Katze.

Anders war es im Modul zur Ahnenlinie, wo plötzlich ein tiefes körperliches Loslassen durch meinen Kiefer ging, den ich seit Ingrids Tod fast ununterbrochen zusammengebissen hatte. Es war kein Blitzschlag, eher das langsame Aufgehen einer Pfingstrose, Schicht für Schicht. Solche körperlichen Reaktionen sind oft ein Zeichen für echte Bewegung, wie sich auch unter körperliche Symptome bei spiritueller Entwicklung im Alltag erkennen und deuten nachlesen lässt – Ahnenarbeit ist dabei nur ein Baustein von vielen, den ich hier nicht im Detail auffächere.

Ruhiger war der Abend, an dem Zwetschge auf dem Küchenfensterbrett lag, die Pfoten eingeklappt, und ich sie einfach nur betrachtet habe – kein Loch mehr, das ich sofort stopfen musste, nur eine alte Katze, die schläft. Ob das schon Schattenarbeit war oder einfach nur ein ruhiger Abend, weiß ich nicht genau, und ich muss es auch nicht sauber einsortieren können.

Fragen, die mir Leserinnen und Kundinnen stellen

Roswitha, die seit Jahren freitags in den Laden kommt, hat neulich nur zugehört, als ich davon erzählt habe – keine einzige Nachfrage, was bei ihr nichts Ungewöhnliches ist, sie hört einfach alles mit. Genau dieses stille Zuhören erinnert mich daran, wie viele Fragen wohl auch bei anderen mitschwingen, ohne dass sie laut gestellt werden.

Trude Warnecke aus dem Online-Kurs schreibt mir ab und zu, meist nur drei Sätze, aber die treffen jedes Mal genau den Punkt. Neulich fragte sie, ob eine Trommelreise nicht letztlich nur Meditation mit Musik sei. Nein, finde ich – es ist ein eigenes Werkzeug mit eigener Wirkung, aber das genauer auseinanderzunehmen würde hier zu weit führen.

Ersetzt das Programm eine Trauertherapie, fragen mich andere gelegentlich. Nein, kann und soll es nicht – dafür gehört professionelle Hilfe zu einer approbierten Therapeutin oder zum Hausarzt, nicht zu einem Jahreskurs.

Schreibst du das alles auf, will manche wissen. Ja, ich halte regelmäßig ein paar Seiten in meinem Moleskine fest, mehr dazu sage ich hier nicht.

Häufig kommt die Frage, wie ich die Leere zwischen den Modulen fülle. Oft lasse ich sie einfach eine Weile stehen, ohne sie sofort stopfen zu wollen.

Schützt mich das energetisch, wenn im Laden wieder eine Kundin mit nassen Augen vor mir steht und einen Trauerstrauß bestellt? Ein bisschen, aber nicht vollständig – und das ist auch gut so.

Wie ich mich danach wieder erde, frage ich mich manchmal selbst noch mitten in der Frage.

Schärft das Programm auch die Wahrnehmung, im Sinne von Hellsinnen? Seriös beurteilen kann ich das nicht, ich merke nur, dass ich manche Dinge im Laden anders wahrnehme als vorher.

Es geht darin auch um so etwas wie Herzarbeit, auch wenn ich das Wort nur ungern benutze, weil es schnell nach mehr klingt, als es im Alltag tatsächlich ist.

Trommeln musste ich vorher nicht können – die Praxis kommt im Kreis von selbst, langsam, mit der Zeit.

Mit Manifestation im Sinne von Wünschen bestellen hat das für mich übrigens wenig zu tun, eher mit Ausrichtung.

Was mich das monatlich kostet, verrate ich hier bewusst nicht in Zahlen. Das ist eine Rechnung, die jede für sich selbst aufmachen muss, und die gehört auf eine andere Seite als diese hier.

Ich bin keine Ärztin, keine Therapeutin und keine Heilpraktikerin, nur eine Frau, die Blumen bindet und versucht, ihren Weg durch die Trauer zu finden. Bei ernsthaften Belastungen gehört professionelle Hilfe immer zuerst dazu – zu einer approbierten Psychotherapeutin oder zum Hausarzt.

Warum Verbindlichkeit mehr trägt als ein gutes Gefühl

Verbindlichkeit ist für mich am Ende der eigentliche Unterschied. Die Ratenzahlung beim POWER OF LOVE Programm sorgt dafür, dass ich jeden Monat spüre, dass ich dabeibleibe, auch wenn der Laden gerade stressig ist. Wenn dich eher der hawaiianische Rahmen der Huna-Lehre anspricht als dreizehn Clanmütter, lohnt sich vielleicht ein Blick auf A TOUCH OF ALOHA vom selben Anbieter – ich selbst habe mich für die Clanmütter entschieden, weil sie sich nach einem Verlust wie meinem tragfähiger angefühlt haben, aber das ist eine sehr persönliche Entscheidung, keine allgemeingültige Empfehlung.

Wenn du selbst gerade merkst, dass dir dein Bauchgefühl nicht mehr reicht, wäre mein Rat: Fang nicht gleich mit der großen, teuren Entscheidung an. Schau erst, ob dich schon ein loser Rahmen trägt – ein Kreis, ein Ritual, ein festes Wochenende im Monat – bevor du dich für ein ganzes Jahr bindest. Bei mir war die Reihenfolge genau umgekehrt richtig: erst der lose Frauenkreis, dann, als ich merkte, dass mir das allein nicht reichte, die feste Struktur. Was am Ende trägt, ist selten nur das eine oder das andere, sondern die Bereitschaft, ehrlich hinzuschauen, was gerade fehlt – und das ist auch die Antwort auf die Frage, mit der ich oben angefangen habe.

Mal kurz:
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