
Die Trommel kommt aus den Laptop-Lautsprechern, während ich die letzten Stiele für morgen kürze, ein Ohr bei der Aufnahme, das andere bei der Kundschaft an der Kasse. So läuft meine spirituelle Ausbildung inzwischen nebenbei – nicht als Auszeit vom Alltag, sondern mittendrin, zwischen Rechnungen und nassem Bindedraht.
Bevor es weitergeht, kurz das Nötigste: Über einige Links in diesem Text verdiene ich eine Provision, ohne dass sich für dich am Preis etwas ändert. Ich schreibe ausschließlich über Programme, die ich selbst bezahle und die tatsächlich in meinem Alltag vorkommen. Und weil es hier auch um Trauerbewältigung geht: Ich bin Floristin, keine Ärztin, keine Therapeutin. Bei ernsthaften Belastungen gehört die erste Anlaufstelle zum Hausarzt oder zu einer approbierten Psychotherapeutin, nicht zu einem Online-Kurs.
Der Irrtum, dass Spiritualität Zeit braucht, die der Alltag nicht hergibt
Viele glauben, ernsthafte spirituelle Arbeit brauche einen freien Nachmittag, einen Rückzugsort, im besten Fall ein ganzes Wochenende ohne Termine. Ich führe seit 13 Jahren einen eigenen Blumenladen, sechs Tage die Woche, und bei mir stimmt keine dieser Bedingungen – trotzdem lässt sich eine strukturierte Ausbildung in diesen Alltag einbauen. Die Antwort liegt nicht darin, mehr Zeit freizuschaufeln, sondern darin, eine Form zu finden, die sich in die Lücken legt, die ohnehin da sind.
Als Floristin kenne ich das Ritual der Trauer gut – die Kränze, die gedämpften Stimmen am Tresen, das Schleierkraut, das in fast jeder Bestellung für eine Beerdigung auftaucht. Seit meine Mutter Ingrid gestorben ist, weiß ich, dass es für die eigene Leere kein vorgefertigtes Ritual gibt. Diese innere Leere füllt sich nicht mit einem Wochenendseminar, das ich mir als Ladeninhaberin ohnehin nicht leisten könnte – weder zeitlich noch anders.
Ich kenne jemanden aus der Nachbarschaft, die einen Schrebergarten an der Hemmstraße pflegt und nie auf ein freies Wochenende wartet – sie geht nach Ladenschluss kurz hin, gießt, zupft, kommt zurück. Genau so funktioniert bei mir die Praxis: nicht in großen Blöcken, sondern in den Rändern des Tages, die sonst ungenutzt blieben.

Braucht schamanische Arbeit wirklich Stille und Rückzug?
Nein, jedenfalls nicht in der Form, in der ich es mir am Anfang vorgestellt hatte. Ich hatte Angst, dass ein Bildschirm die schamanische Reise flacher macht, dass etwas verloren geht, wenn die Trommel aus Lautsprechern statt aus echten Händen kommt. Bei POWER OF LOVE ist es umgekehrt: Weil das Programm auf ein ganzes Jahr angelegt ist und jede Sitzung abrufbar bleibt, kann ich sie genau dann einbauen, wenn eine Lücke entsteht – nicht wenn ein Stundenplan es verlangt.
Bevor ich mich für ein Jahresprogramm entschieden habe, hatte ich es mit einer Meditations-App versucht – täglich, zur gleichen Uhrzeit, wie es die Erinnerung vorschlug. Nach drei Wochen habe ich einfach aufgehört. Nicht, weil Meditation nichts für mich wäre, sondern weil ein starres Zeitfenster in einem Laden, in dem jeder Tag anders läuft, nicht hält. Was stattdessen funktioniert, ist eine feste Wiederkehr ohne feste Uhrzeit – ein monatlicher Rhythmus, in den ich mich mit einer Übung einklinke, wann immer der Tag es zulässt. Es ist ein bisschen wie beim Wiederentdecken der Verbindung zur eigenen Seele – die passiert nicht im Urlaub, sondern in den Rändern eines ganz normalen Tages.
Eine Trommelreise zwischen zwei Kundenaufträgen beginnen
Neulich, mitten am Nachmittag, greife ich in den Eimer für die nächste Lieferung, und die Kälte des Wassers schneidet für eine Sekunde durch die Finger, bevor ich es überhaupt merke. Genau in solchen Momenten setzt meine Trommelpraxis an – nicht als Ritual mit Kerze und Ruhe, sondern als drei bewusste Atemzüge, während im Laden schon die nächste Kundin wartet. Eine von ihnen wollte neulich in Eile eine ungewöhnliche Bestellung ändern, und statt gereizt zu reagieren, habe ich mich kurz mit meinem Krafttier verbunden, bevor ich geantwortet habe. Es hat den Auftrag nicht leichter gemacht. Es hat verändert, wie ich drinstand.
Lernen von Geduld ist das, mehr als alles andere – etwas, das mir keine App in drei Wochen beibringen konnte. Und es hilft, dass Haustiere unsere Entwicklung begleiten: Wenn Zwetschge sich abends auf mein Notizbuch legt, während ich schreibe, erdet mich das schneller als jede Übung – ein Gewicht, eine Wärme, kein Wort nötig.
Auf der Rückfahrt vom Großmarkt neulich fällt mir erst nach ein paar Minuten auf, dass ich nicht wie sonst zum Handy greife, um meine Mutter anzurufen – und die Stille danach im Auto fühlt sich anders an als sonst, leiser, nicht so hohl wie am Anfang. Das ist kein Ergebnis einer Übung. Es passiert einfach, zwischen zwei Ampeln.
Der Jahresrahmen hält, was ein einzelner Nachmittag nicht schafft
Was mir an POWER OF LOVE besonders hilft, ist der feste Rahmen über zwölf Monate – dreizehn Clanmütter, dreizehn Aspekte, die sich ablösen wie die Jahreszeiten im Schaufenster. Die Themen wechseln von Monat zu Monat: mal geht es um Ahnenarbeit, mal um Schattenarbeit, mal um energetischen Schutz, mal um Erdung, mal um die Hellsinne, mal um eine Herzöffnung, die einen mitten im Alltag überrascht, mal um die Huna-Lehre, mal um Manifestation. Keines dieser Themen erkläre ich hier zu Ende – dafür würde ein einzelner Blogeintrag nicht reichen, und jedes verdient seinen eigenen Raum.
Die Video-Lektionen von Thomas Young sind so aufgebaut, dass ich mich auch nach einem anstrengenden Tag noch angesprochen fühle, ohne mich extra konzentrieren zu müssen. Manchmal fühle ich mich trotzdem überfordert von der Menge an neuen Begriffen. Dann lese ich im Forum, wie andere Frauen mit ähnlichen Fragen ringen, und das hilft mehr, als ich erwartet hätte – besonders wenn man wie ich abends allein in der Küche sitzt und niemanden hat, dem man die seltsamen Bilder aus einer Trommelreise erzählen kann.
Miss ein Programm nicht in Stunden, sondern in Wiederkehr
Wenn du wenig Zeit hast und trotzdem eine spirituelle Ausbildung erwägst, würde ich nicht zuerst fragen, wie viele Stunden pro Woche sie verlangt. Ich würde fragen, ob sie dir erlaubt, in kurzen Fenstern einzusteigen, ohne dass eine feste Uhrzeit oder ein verpasster Live-Termin dich aus dem Rhythmus wirft. Genau das unterscheidet für mich ein Format, das im echten Leben hält, von einem, das nur auf dem Papier gut aussieht.
Bei der Frage, was mich das kostet, zählt für mich ohnehin nicht in erster Linie das Geld, sondern die andere Währung – die Zeit an einem Sonntagabend, wenn der Laden mir den Rest der Woche schon genommen hat. Ich halte das in meinem Tagebuch fest, manchmal mit einer gepressten Anemone zwischen den Seiten, mehr als Gedankenstütze denn als Methode – aber das ist noch mal ein eigenes Thema für sich. Genauso wie die Frage, wie sich das alles konkret in einen Ladenalltag einfügt, oder wie Trauerintegration über die Monate eigentlich aussieht – beides Geschichten, die ich an anderer Stelle ausführlicher erzähle.
Ob eine Online-Ausbildung für dich Sinn ergibt, ist am Ende auch eine Frage von Selbstfürsorge im Alltag – nicht davon, wie viel Zeit du auf dem Papier hast, sondern davon, ob du bereit bist, sie in den Lücken zu suchen, die es sowieso schon gibt. Bei mir waren das nasse Hände am Nachmittag und ein Auto auf dem Weg vom Großmarkt. Bei dir sieht es vielleicht ganz anders aus – aber die Lücken sind wahrscheinlich trotzdem da.
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