Das Bluetentagebuch

Wie ein kreatives Tagebuch für spirituelle Entwicklung mir im Alltag hilft

Der dritte Kranz ist fast fertig, als mir auffällt, dass ich vor mich hin summe – ein altes Lied, das meine Mutter oft in der Küche sang. Kein Stich, kein Zusammenziehen in der Brust. Nur die Melodie, der Draht in der Hand, und die Erkenntnis, später am Bindetisch, dass ich lange auf genau diesen Moment gewartet habe, ohne es mir eingestehen zu wollen. Genau solche Momente sind es, die am Ende in meinem Tagebuch für meine spirituelle Entwicklung landen, auch wenn sie nie so aussehen, wie ich es erwartet hätte.

Offen gesagt: In diesem Text geht es auch um ein Programm, für das ich monatlich zahle, und ich verlinke dorthin mit Affiliate-Links – kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine Provision, ohne dass sich dein Preis ändert. Ich bin keine Therapeutin und auch keine Heilpraktikerin. Wenn es dir psychisch schlecht geht, wende dich bitte an eine approbierte Fachperson. Meine Offenlegung findest du am Ende dieser Seite.

Ein Tagebuch muss nicht makellos sein, um zu wirken

Viele Frauen, die mir in den letzten Monaten geschrieben haben oder im Forum meines Online-Programms posten, glauben an denselben Irrtum: Ein spirituelles Tagebuch müsse aussehen wie Fortschritt. Jede Seite ein bisschen klarer als die vorherige, jeder Eintrag mit einer Einsicht, am besten schön formuliert, sonst habe er sich nicht gelohnt.

Dem bin ich selbst lange auf den Leim gegangen, bevor mein Moleskine überhaupt existierte.

Das Ritual, das nur im Moment half

Nach dem Tod meiner Mutter Ingrid im März 2024, sieben Wochen nach der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs, habe ich eine Zeit lang gedacht, ich müsse mir nur das richtige Ritual bauen. Jeden Sonntag habe ich mir selbst einen Strauß gebunden – bewusst, langsam, mit Anemonen und Schleierkraut, genau wie bei einer Trauerfeier, nur für mich allein.

Für die Stunde am Bindetisch hat das geholfen. Danach, mit den Blumen im Glas und den Händen wieder am Herd, ist der leere Raum in mir trotzdem geblieben – am Montagmorgen genauso wie am Sonntagabend davor.

Was ich inzwischen weiß: Trauer im Körper spüren und emotionale Blockaden im Alltag sanft lösen ist kein Ereignis, das man an einem Sonntag erledigt und dann abhakt. Es ist etwas, das sich über Monate verschiebt, in kleinen, oft unauffälligen Schritten – und genau deshalb lässt es sich auch nicht an der Schönheit eines einzelnen Rituals messen.

Tagebuch führen in der spirituellen Entwicklung: Nahaufnahme von Händen, die eine blaue Anemone zwischen die Seiten eines Notizbuchs pressen

Muss jede Seite einen Sinn ergeben?

Den Ausgleich zwischen Laden und dem, was abends im Moleskine passiert, bekomme ich nicht jede Woche hin. Es ist Teil meiner spirituellen Ausbildung neben dem Vollzeitjob, dass beides nebeneinander existieren darf, auch wenn sich das manchmal nach zu wenig von beidem anfühlt.

Mina, die seit einiger Zeit am Wochenende im Laden mitarbeitet und gerade an ihrer Bachelorarbeit über Rituale in der Trauerarbeit schreibt, hat mir letzten Sommer zwischen zwei Lieferungen das Wort Trauma so erklärt, dass es zum ersten Mal richtig gesessen hat. Keine Kerze, kein Trommelkreis, einfach ein Satz zwischen Karton und Kühlzelle.

Genau das meine ich mit dem Irrtum: Die großen Verschiebungen kommen selten dort, wo man sie bewusst inszeniert.

Wie ich genau vorgehe, wenn ich eine Blüte presse und welche Blume für was steht, habe ich an anderer Stelle ausführlicher aufgeschrieben. Hier soll es um etwas anderes gehen: um die Erlaubnis, dass eine Seite auch nur drei Sätze haben darf, die nirgendwohin führen, und trotzdem zählt.

Seltene Worte wiegen manchmal mehr als viele

Romy, mit der ich seit der Ausbildungszeit befreundet bin und die inzwischen in Oldenburg einen eigenen Laden hat, schreibt mir nicht oft. Einmal im Jahr kommt ein langer Brief, handgeschrieben, manchmal vier Seiten, und dazwischen fast nichts.

Am Telefon sagt sie, dass ihr ein Brief, der stimmt, lieber ist als zehn Nachrichten, die nur Lärm sind. Das ist das genaue Gegenteil von dem, was die meisten Ratgeber zu spirituellen Tagebüchern predigen: täglich schreiben, am besten morgens, am besten eine volle Seite.

Zwetschge liegt an solchen Abenden meist auf dem Fensterbrett in der Küche und kümmert sich nicht darum, ob ich etwas Kluges schreibe. Das Gefühl von einem leeren Raum nach einem Todesfall habe ich an anderer Stelle genauer beschrieben; hier reicht der Hinweis, dass dieser Raum sich nicht schließt, nur weil ich ihm ein hübsches Ritual entgegenstelle, so wie den Sonntagsstrauß von vorhin.

Floristik-Alltag und Trauerbewältigung: schildpattfarbene Katze schläft neben dem aufgeschlagenen Tagebuch auf dem Fensterbrett im Regen

Zwischen zwei Jahresprogrammen wählen

Jeden Monat geht eine Rate für POWER OF LOVE ab, ein Jahresprogramm mit 13 Clanmüttern als Rahmen; die Ratenzahlung macht die Verbindlichkeit spürbar, Monat für Monat.

Was so ein Jahresprogramm an Investition bedeutet, ist eine Rechnung, die ich bewusst einem anderen Text überlasse. Dass POWER OF LOVE mich zwischendurch auch komplett überfordert – zu viele Impulse, zu wenig Zeit zwischen Laden und Bildschirm – ist ebenfalls ein eigenes Kapitel.

Im Laden hilft mir dabei nicht die große Einsicht, sondern meine Grenzen besser zu wahren – gegenüber Kundinnen, die freitagnachmittags noch einen Strauß „wie letztes Mal, aber besser" wollen, und gegenüber mir selbst, wenn ich eigentlich schon zu müde zum Schreiben bin.

Wie sich das Spirituelle überhaupt in einen Werktag mit Wassereimern und Lieferscheinen einfügt, ist noch mal ein eigenes Thema – die kurze Antwort: unauffällig, meistens zwischen zwei Aufträgen.

Es gibt auch A TOUCH OF ALOHA, vom selben Anbieter, mit einem stärkeren Rahmen aus der hawaiianischen Huna-Lehre, die ich hier nicht auseinandernehme.

Für mich ist das gerade noch zu weit weg vom Bremer Nieselregen, aber ich merke, dass mir die Beständigkeit hinter beiden Programmen guttut – kein Trend von letzter Woche, sondern jemand, der seit Jahrzehnten dasselbe Handwerk unterrichtet.

Wenn du selbst überlegst, ein kreatives Tagebuch für deine spirituelle Entwicklung zu beginnen, dann ist mein eigentlicher Rat simpel: Fang nicht mit dem Anspruch an, dass jede Seite etwas bringen muss.

Miss den Wert eines Eintrags nicht daran, ob er eine Einsicht enthält, sondern daran, ob er ehrlich war in dem Moment, in dem du ihn geschrieben hast. Wer eine Struktur sucht, die einen sanft durch ein ganzes Jahr trägt, kann sich das Jahresprogramm POWER OF LOVE ansehen, mit der Möglichkeit der Ratenzahlung.

Mein Moleskine jedenfalls wird dicker, nicht schöner, und ich habe aufgehört, das für ein Problem zu halten.

Mal kurz:
Keine der Informationen auf dieser Website stellt eine medizinische, rechtliche oder finanzielle Beratung dar. Alle Inhalte basieren auf persönlicher Erfahrung. Wenden Sie sich an einen qualifizierten Fachmann für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung.

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