Das Bluetentagebuch

Lebensfreude durch spirituelle Impulse finden nach dem Verlust meiner Mutter

Es ist dieser eine Moment am Sonntagabend, wenn die Messingglocke an der Ladentür schon lange schweigt und nur noch das Ticken der alten Wanduhr zwischen den schiefen Holzregalen zu hören ist. Draußen im Viertel peitscht der Bremer Nieselregen gegen die Scheiben, und hier drinnen riecht es nach feuchtem Moos und dem scharfen, sauberen Duft von Eukalyptus. Ich stehe am Bindetisch, die Hände noch feucht vom Vasenwasser, und spüre diesen leeren Raum in meiner Brust, den meine Mutter Ingrid hinterlassen hat.

Hinweis: In meinen Texten erzähle ich von meinem ganz persönlichen Weg. Dabei verwende ich Affiliate-Links zu Programmen, die ich selbst für mich entdeckt habe und für die ich monatlich bezahle. Wenn du über diese Links etwas buchst, erhalte ich eine Provision – für dich bleibt der Preis natürlich genau gleich. Ich empfehle nur, was in meinem Moleskine-Tagebuch steht und was mir wirklich weitergeholfen hat. Dennoch bin ich keine Ärztin oder Therapeutin. Bevor du dich für eine längere Ausbildung entscheidest, lies dir bitte die Bedingungen beim Anbieter genau durch, da ich keine Rechtsberatung geben kann. Hier findest du meine vollständige Offenlegung.

Das Schweigen der Kränze: Wenn das Handwerk nicht mehr reicht

Seit 13 Jahren führe ich nun meinen kleinen Blumenladen hier in Bremen. Ich dachte immer, ich wüsste, was Trauer ist. Ich binde jede Woche Kränze, stecke Schleifen mit letzten Grüßen und sehe die verweinten Augen der Angehörigen. Aber als Ingrid im März 2024 starb, nur sieben Wochen nach der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs, war da kein Ritual, das mich halten konnte. Die Professionalität, mit der ich sonst Trauerfloristik fertige, zerbrach einfach.

Ich erinnere mich an den ersten Arbeitstag nach der Beerdigung. Ich wollte eine einfache Anemone anschneiden, und plötzlich starrte ich einfach nur auf meine Knöchel. Der scharfe, kalte Stich des Vasenwassers auf meinen rissigen Händen fühlte sich an wie die einzige Realität, während mein Kopf versuchte zu begreifen, dass sie nie wieder anrufen würde, um zu fragen, ob die Pfingstrosen dieses Jahr früher dran sind. In diesen Momenten hilft kein kluger Spruch. Da ist nur diese Stille, die sich wie Blei über alles legt.

Die Hände einer Floristin halten eine zarte weiße Anemone über einem Arbeitstisch.

Die Falle der schnellen Erleuchtung

Im August 2024, nach einer Empfehlung einer Stammkundin, landete ich das erste Mal in Worpswede bei einer Schamanin. Ich wollte, dass der Schmerz aufhört. Ich wollte diese „spirituelle Erleuchtung“, von der alle reden, damit ich mich wieder ganz fühle. Aber ich habe schnell gelernt: Die Suche nach spiritueller Heilung direkt nach so einem Verlust kann auch eine Flucht sein. Manchmal wollen wir die menschliche, dreckige Trauerarbeit überspringen und uns direkt in die Licht-und-Liebe-Ecke flüchten.

Ich habe gemerkt, dass mich das eher von meinen echten Gefühlen entfremdet hat. Man kann den Schmerz nicht weg-trommeln. Man kann ihn nur durchschreiten. In meinem Moleskine-Notizbuch steht ein Satz aus jener Zeit: „Ich versuche, das Licht zu finden, aber ich habe vergessen, dass die Blumen auch im Dunkeln der Erde wachsen müssen.“ Wenn du dich in einer ähnlichen Situation befindest und merkst, dass die Trauer dich erdrückt, ist es oft sinnvoll, neben spirituellen Wegen auch mit einem Hausarzt oder einer Psychotherapeutin zu sprechen. Spiritualität ist ein wunderbarer Begleiter, aber kein Ersatz für professionelle medizinische Hilfe bei tiefer Depression.

Ich habe in dieser Zeit oft versucht, meine spirituelle Wahrnehmung zu vertiefen durch die Arbeit mit Erde, aber manchmal war die Erde einfach nur kalt und schwer. Das ist okay. Heilung ist kein linearer Prozess, sie ist eher wie das Binden eines Straußes: Manchmal muss man alles noch einmal auseinandernehmen, weil die Mitte nicht hält.

Ein Jahr der Liebe: Die 13 Clanmütter

Seit Februar 2026 bin ich nun in einem strukturierten Online-Programm, das mich durch dieses Jahr trägt. Es heißt /ref/power-of-love und es ist anders als die losen Treffen in Worpswede. Es gibt mir eine Struktur, die ich in meinem Alltag zwischen Ladenöffnung und Bestandsliste dringend brauche. Besonders die Arbeit mit den 13 Clanmüttern hat etwas in mir bewegt.

In der schamanischen Tradition stehen diese 13 weiblichen Archetypen für verschiedene Aspekte des Lebens. Für mich sind sie wie ein Ersatz für die mütterliche Energie, die mir so fehlt. Wenn ich abends in meiner Altbauwohnung sitze, während Zwetschge, meine 15-jährige schildpattfarbene Katze, auf dem Fensterbrett döst, öffne ich den Kurs. Es ist ein monatliches Commitment, eine Ratenzahlung, die ich mir eigentlich kaum leisten sollte, aber es ist die Investition in meine eigene Lebendigkeit.

Letzten Monat, an einem Samstagabend, hatten wir eine Sitzung zur Ahnenarbeit. Ich saß da mit meinem Rauchbündel und der Trommelmusik im Ohr und plötzlich war sie da – nicht als schmerzhafter Verlust, sondern als Teil meiner Kraft. Ich habe gelernt, dass Ingrid nicht weg ist, sondern dass ihre Liebe eine Form von Energie ist, die ich weiter tragen kann. Es war ein Moment, in dem meine Schultern endlich zwei Zoll tiefer sanken und ich tief durchatmen konnte. Danach habe ich eine Pfingstrose in mein Tagebuch gepresst. Sie steht für diese großen, öffnenden Momente.

Ein offenes Notizbuch mit einer gepressten Pfingstrose und handschriftlichen Notizen.

Wenn die Übung scheitert: Die Ehrlichkeit im Prozess

Aber es ist nicht alles Gold. Ich will ehrlich zu dir sein, so wie ich es in meinen Sonntagabendbriefen wäre. Es gab Wochen im Programm, da habe ich die Kopfhörer in die Ecke gepfeffert. Eine Übung zur Herzöffnung im März hat mich völlig überfordert. Ich sollte meine Liebe in die Welt strahlen lassen, aber alles, was ich fühlte, war Wut auf das Schicksal und die Ungerechtigkeit dieses schnellen Todes.

Ich habe den Laptop zugeklappt und bin stattdessen in den Laden gegangen, um Eukalyptuszweige zu sortieren. Der herbe Geruch hat mich geerdet. Es hat nicht geklappt. Das Gefühl kam nicht. Und das ist der Punkt, den ich heute anders sehe: Spirituelle Ausbildung bedeutet nicht, immer glücklich zu sein. Es bedeutet, die Kapazität zu entwickeln, alles zu halten – auch die Wut, auch das Scheitern. Ich habe damals einen Eukalyptuszweig in mein Moleskine gelegt. Für die harten Wochen, in denen man einfach nur überlebt.

Inzwischen liegen über 20 getrocknete Blüten zwischen den Seiten. Sie sind mein Beweis, dass ich noch da bin. Dass ich nicht aufgegeben habe. Ich lerne gerade, warum ein Online Kurs zur Herzöffnung mein Mitgefühl für mich selbst stärkt, auch wenn ich mal eine Übung abbreche.

Lebensfreude ist ein langsames Wachstum

Heute, im Oktober 2026, merke ich, dass die Freude langsam zurückkehrt. Sie ist nicht mehr so laut wie früher, sie ist leiser, beständiger. Sie steckt im Schnurren von Zwetschge, wenn sie sich auf meinen Schoß rollt, während ich die Kursmodule von /ref/power-of-love durchgehe. Sie steckt im Lächeln eines Kunden, dem ich einen besonders wilden Wiesenstrauß binde.

Das Programm hilft mir, die Verbindung zu mir selbst nicht zu verlieren, wenn der Stress im Laden Überhand nimmt. Es ist wie eine Wurzel, die mich hält. Thomas Young, der den Kurs leitet, hat eine Art, die Dinge auf den Punkt zu bringen, ohne dass es sich nach billigem Coaching anfühlt. Es ist eher eine Erinnerung an das, was wir sowieso schon wissen, aber im Schmerz vergessen haben.

Ich bin keine Heilerin. Ich bin immer noch nur die Floristin aus dem Viertel. Aber ich glaube inzwischen, dass etwas heilbar ist. Ganz langsam. Dass die Lebensfreude nicht bedeutet, dass der Verlust verschwindet, sondern dass das Leben um den Verlust herum wieder größer wird. Wie eine Pflanze, die einen Stein im Boden einfach umschlingt und trotzdem zum Licht wächst.

Eine schildpattfarbene Katze schläft friedlich auf einem Fensterbrett in einer Bremer Altbauwohnung.

Ein Schritt zurück und das Ganze sehen

Wenn ich heute in mein Tagebuch schreibe, sehe ich die Entwicklung der letzten Monate. Ich schreibe so, wie ich Blumen binde: mit viel Gefühl, manchmal mit zu vielen Pausen und oft ohne zu wissen, ob das Ergebnis gut ist, bis ich einen Schritt zurücktrete. Das einjährige Format des Programms gibt mir genau diesen Raum. Es drängt mich nicht. Es lässt mir Zeit, die 13 Clanmütter wirklich kennenzulernen und ihre Weisheit in meinen Alltag zu integrieren.

Vielleicht suchst du auch nach einer Möglichkeit, die Verbindung zu deiner weiblichen Kraft wiederzufinden, besonders nach einem schweren Abschied. Mir hat die Struktur von /ref/power-of-love geholfen, nicht im Chaos meiner Gefühle zu versinken. Es ist ein Weg, der Zeit braucht – ein ganzes Jahr, um genau zu sein. Den aktuellen Preis und die genauen Starttermine findest du auf der Seite des Anbieters, da sich diese Dinge ändern können.

Ich klappe jetzt mein Moleskine zu. Zwetschge hat sich bereits auf mein Kopfkissen verzogen. Morgen früh wartet der Großmarkt auf mich, und ich freue mich auf die frischen Anemonen, die jetzt Saison haben. Sie sind für mich kein Zeichen mehr für das Verlassensein, sondern für die Aufrichtigkeit, mit der wir unserem eigenen Herzen begegnen können. Wenn du spürst, dass es Zeit für eine tiefere Reise zu dir selbst ist, schau dir das Programm ruhig mal an. Vielleicht ist es genau der Anker, den du gerade brauchst, um gegen die Sinnkrise und den Schmerz wieder festen Boden unter den Füßen zu finden.

Alles Liebe aus Bremen, deine Helene

Mal kurz:
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